Zwei Monate im Iran

Gwen nestelt nervös an ihrem Kopftuch herum, wir streifen uns Ringe über, sind jetzt ein „ Ehepaar“. Das erleichtert wohl Einiges im Iran.Wir sind aufgeregt, überqueren gleich die Grenze. Wollen in ein Land reisen zu dem man sich vieler Vorurteile bedienen kann. Extremismus, Islamismus, Gefährlich!
Grenzübergang, und nach wenigen Stunden schon merken wir: Das ist vielleicht ein politisches Image, das der Iran da im Westen hat. Doch die Menschen, denen wir begegnen, empfangen uns mit offenen Armen.
Auf den Straßen rufen die Leute „ Hello Mister!“ oder einfach „ Welcome to Iran!“. Sie strahlen uns an. In der Teheraner Metro gibt es kaum eine Fahrt, bei der wir nicht gefragt werden, ob man uns helfen könne, beim Trampen wollen uns viele gleich mit nach Hause nehmen. In den Dörfern zieht man uns schon fast in Häuser, um mit uns Tee zu trinken.
Es scheint, nicht wir kommen in den Iran, der Iran kommt zu uns.
Und das geht nicht nur uns so, andere Reisende, denen wir begegnen, erzählen Ähnliches. Der Iran liebt seine Gäste!
Zwei Mal verlängern wir unser Visum, so intensiv ist dieses Land, so viel Zeit brauchen wir, um den Iran ein kleines Bisschen zu begreifen. Da erträgt Gwen gerne neun Wochen Kopftuch.

In der iranischen Wüste ist es jetzt angenehm, Nachts kühl, tagsüber schön warm. Wir leihen uns alte Motorräder und spielen „ Easy Rider“. Als wir diese nach einer Woche zurückgeben und nach einem Preis für den Verleih fragen, will man kein Geld von uns nehmen. Unzählige Male wird verneint. Als wir darauf beharren, lächeln die Iraner nur, die Hand auf dem Herzen, und sagen: „Welcome to Iran!“